Deutsche Bank macht den Kronzeugen

Kronzeugen machen meist Gangster die gegen ihre ehemaligen Kumpane aussagen um eine geringere Strafe zu erhalten.
Grundsätzlich gibt es die Kronzeugenregelung aber in Bezug auf begangene Verbrechen.
Das größe deutsche Geldinstitut, die Deutsche Bank, bemüht sich jetzt um einen Kronzeugenstatus im LIBOR-Betrug.

Der LIBOR-Betrug

Beim Libor Betrug haben verschiedene Großbanken den „Londoner Interbankenzins“ kurz LIBOR manipuliert.
Da fragt sich „Otto-Normalverbraucher“ zunächst:

Was bringt es den Banken den LIBOR falsch zu ermitteln ?
Beziehungweise was schadet es wenn die Banken untereinander sich einen falschen Zins in Rechnung stellen?

Bei der Manipulation des LIBOR ist es weniger entscheident zu welchem Satz sich die Banken untereinander Geld leihen, das gleicht sich wieder aus. Der „LIBOR“ ist in vielen Fällen auch der Refferenzzinssatz zu denen die Kunden der Banken Geld geliehen bekommen.
Viele Kreditnehmer zahlen bei kurzfristigen Krediten einen Zins von LIBOR + X, wird also der LIBOR künstlich nach oben gedrückt, müssen die Kreditnehmer für ihre Kredite deutlich höhere Zinsen bezahlen.
Der LIBOR gilt als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar.

In diesen „LIBOR-Skandal“ sind neben der Deutschen Bank viele andere internationale Großbanken verwickelt, kurz gesagt:
Alle machten mit.

Letztlich heißt das, dass die Banken die gerade mit Steuergeldern von den Steuerzahlern gerettet werden sollen, beziehungsweise in der Vergangenheit schon kräftig gestützt wurden, eben diese kräftig beschissen haben.

Die Deutsche Bank versucht jetzt mit der Kronzeugenregelung sich billig aus der „Affäre“ zu ziehen, natürlich nicht ohne zu betonen:

„Sie gehe jedoch nicht mit einem Schuldeingeständnis einher.“

Viele Bürger die gegen die Gesetze verstoßen bekommen noch eine zweite oder je nach Vergehen auch eine Dritte Chance,
meist mit „Bewährungsauflagen“.

Unser Großkapitalismus kann machen was er will, im schlimmsten Falle, also dann wenn sie zufällig mal erwischt werden zahlen sie halt eine Strafe.

Der Sturz der Deutschen Bank

Seit Anfang August geht es abwärts mit den deutschen Aktienkursen, Auslöser werden viele genannt.
Die europäische Schuldenkrise, das Nachlassen des weltweiten Wirtschaftswachstums, die große Unsicherheit wie es weiter geht mit der Weltwirtschaft.
Eventuell lernen wir nun zum dritten mal in 10 Jahren, dass immer noch gilt, bekommt der Dow Jones einen Schnupfen, bekommt der DAX eine Lungenentzündung.
Eine DAX-Aktie bei der es schon länger deutlich nach unten geht ist die der Deutschen Bank.
Ihr Niedergang fing bereits vor über 3 Monaten an, wie weit wird sie noch fallen ?

chart der deutschen bank aktie

Ein Blick auf den Chart zeigt bis zu den Tiefständen aus dem Jahr 2009 ist noch etwas Platz.
Warum hat es die Deutsche Bank so erwischt ?
Zum einen hat es die Banken generell deutlicher nach unten gezogen wie den Gesamtmarkt, zum anderen stehen der Deutschen Bank doch auch personell einige Änderungen bevor.
Da kann man sich schon mal die Frage stellen, ob ein erfolgreicher Investmentbanker auch ein erfolgreicher Großbanker wird ?
Auch die sogenannte Doppelspitze ist nicht immer erfolgreich.

Deutsche Bank unter 20 Euro

Sehen wir bei der Deutschen Bank nochmal Kurse unter 20 Euro ?

Ich halte das durchaus für möglich.
Neben den Problemen mit denen zur Zeit alle Banken zu kämpfen haben, kommt jetzt noch eine saftige Anklage auf die Deutsche Bank zu.

Die US-Aufsichtsbehörde FHFA (Federal Housing Finance Agency)  hat eine Klage gegen 17 Großbanken wegen umstrittenen Hypothekengeschäften während der Finanzkrise eingereicht.
Sie wirft den Instituten vor, bei dem Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben.

Bei den 17 Banken ist auch die Deutsche Bank dabei.
Bei ihr dreht es sich um Papiere im Volumen von 14,2 Mrd. Dollar oder ca. 10 Milliarden Euro.
Obwohl eine Sprecherin des Kreditinstituts sofort erklärte die Vorwürfe der FHFA seien vollkommen unbegründet, stürzte die Aktie bei Bekanntwerden der Klage um 6 Prozent ab.
Es sind auch nicht die einzigen Ermittlungen, die gegen die Deutsche Bank laufen.
Auch bei Kreditausfallversicherungen wird gegen das deutsche Kreditinistitut ermittelt.

Erstaunlich viele Privatanleger haben bei Kursen zwischen 36 und 40 Euro bei der Aktie zugegriffen, da kann es durchaus sein, dass die Profis noch abwarten.
Nach dem Motto „Never catch a falling knife“, werden sie erst kaufen wenn sich eine gewisse Stabilisierung des Kurses zeigt.
Vom obigen Chart kann man gut sehen, sollte der Kurs unter 25 fallen, ist er ganz schnell auch unter 20 Euro.

ETFs auf Hedgefonds-Strategie

Von der Deutsche Bank sollen weitere börsennotierte Indexfonds (ETFs) auf hauseigene Hedgefonds-Indizes an die Börse kommen. Unter der Marke db x-trackers sollen die ETFs die Indizes auf die einzelnen Hedgefondsstrategien abbilden, sagte Thorsten Michalik, Leiter des ETF-Geschäftes der Deutschen Bank, am Montag in einer Chat-Diskussion in der Reuters Internet-Community für strukturierte Produkte.

Geplant sind fünf unterschiedliche ETFs.
Diese sollen jeweils eine der folgenden Strategien über einen Index der Deutschen Bank abbilden:
Systematic Macro
setzt auf volkswirtschaftliche Bewegungen wie Zinserhöhungen.
Credit und Convertible
will von Preisanomalien am Anleihenmarkt profitieren.
Event Driven
hofft auf Bewegungen bei Unternehmen, denen Ereignisse wie Managerwechseln bevorstehen.
Equity Hedge
eine Aktienmarktstrategie mit Risikopuffer.
Equity Market Neutral
eine Aktienmarktstrategie, die über gleichzeitige Wetten auf steigende und fallende Kurse unabhängig vom Gesamtmarkt positive Erträge erwirtschaften soll.

Jeder dieser Indizes umfasst aktuell fünf bis acht Hedgefonds.
Diese werden auf einer Plattform der Deutschen Bank verwaltet und von international bekannten Managern wie John Paulson aus den USA oder der britischen Boutique Marshall Wace betreut.

Mit diesen speziellen Strategie-Produkten will die Deutsche Bank auf die starke Nachfrage nach ihrem db Hedge Fund Index ETF reagieren.
Dieser bildet die Wertentwicklung aller Hedgefonds auf der Plattform der Deutschen Bank nach.
Das Fondsvermögen des db Hedge Fund Index ETF ist seit seiner Auflage am 16. Januar 2010 auf knapp 1,1 Milliarden Euro angewachsen.