SEB und Morgan Stanley machen Immobilienfonds dicht

Vorsicht ist weiter bei offenen Immobilienfonds angebracht.
Bei vielen Fonds wird es zu einer Neubewertung kommen.
Die US-Bank Morgan Stanley legt ihren Offenen Immobilienfonds P2 Value komplett auf Eis.
Nach der Aussetzung der Rücknahme von Anteilen stoppte das Institut heute auch die Ausgabe neuer Fondsanteile.
Aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage seien bei den turnusmäßig anstehenden Bewertungen Abschläge zu erwarten.

Es gibt einen Diskussionsentwurf des Bundesfinanzministeriums, danach sollen Anleger künftig frühestens nach zwei Jahren ihre Anteile verkaufen können und eine ebenso lange Kündigungsfrist einhalten müssen.
Nach dem Bekanntwerden der Pläne haben viele Anleger in Deutschland Geld aus Offenen Immobilienfonds abgezogen.
In der Folge stoppten in der vergangenen Woche bereits die Fonds KanAm Grundinvest und SEB Immoinvest die Rücknahme ihrer Anteile für zunächst drei Monate.

Außerdem sollen Immobilien-Fonds mit einem reduzierten Wert ihrer Immobilien kalkulieren, um Anleger vor Einbußen durch Abwertungen zu schützen.

ETFs auf Banken gefragt

Die ETF-Anleger sind wieder verstärkt in den Bankensektor eingestigen.

Statistiken des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigen, börsennotierte Indexfonds auf Banken und andere europäische Sektoren in der vergangenen Woche hoch im Kurs standen. Insgesamt verbuchten ETFs auf die 19 Branchenindizes des Stoxx 600 unterm Strich einen Mittelzufluss in Höhe von 233 Millionen US-Dollar (rund 182 Millionen Euro).
Das war einer der bislang höchsten wöchentlichen Zuflüsse dieses Jahres.

In der Vorwoche hatten die Investoren noch Anteile im Wert von 226,3 Millionen Dollar zurück gegeben.
Laut der Deka liegen diese extremen Bewegungen mit den starken Ausschlägen am Aktienmarkt zusammen.

Die mit Abstand stärksten Zuflüsse verbuchten Produkte auf den Bankensektor.
ETFs auf den Stoxx 600 Banks flossen unterm Strich 218,2 Millionen Dollar zu.
Eine Woche zuvor hatten die Investoren noch fast genauso viel abgezogen.
Ein Grund dafür ist das ständige Hin und Her in Bezug auf die Finanzhilfen für Griechenland, dass führt dazu, dass die Stimmung der Anleger im Hinblick auf Bankaktien sehr schnell wechselt.
Auch die Grundstoffbranche erfreute sich im vergleich zur Vorwoche deutlich stärkerer Beliebtheit, was zu Anteilskäufen in Produkten auf den Stoxx 600 Basic Resources führte.
Schönbrodt von der Deka führte das auf das neue Jahreshoch bei Gold am vergangenen Freitag zurück.
„In der Vergangenheit gab es immer eine gewisse positive Korrelation zwischen dem Goldpreis und den Investitionen in den Rohstoffsektor.“

Bahamas geben Steuerinformationen

Der deutsche Botschafter auf den Bahamas und Theodore Brent Symonette, stellvertretender Premierminister und Außenminister der Bahamas, haben in Nassau am 9. April 2010 ein Abkommen unterzeichnet, das den Austausch von Steuerinformationen ermöglicht.

Das Bundesministerium für Finanzen hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass es künftig einen Austausch mit den Bahamas geben wird.
Mit dem Abkommen über den Informationsaustausch mit den Bahamas ist es der Bundesregierung möglich Informationen zu erhalten, die notwendig sind um das deutsche Steuerrecht durchzusetzen. Unter anderem werden künftig Informationen zu den Besitzverhältnissen an juristischen Personen und Bankinformationen sowie Informationen über Eigentumsverhältnisse an rechtlichen Konstrukten ausgetauscht.
Die Informationen werden unabhängig davon ausgetauscht, ob ein entsprechendes Strafverfahren im Steuerrecht eröffnet wurde oder ob eine steuerliche Straftat vermutet wird.

Der Standard zur Transparenz und Effektivität im Austausch von Informationen für steuerliche Zwecke wurde mit dem Abkommen eingehalten. Die Durchsetzung, auch auf internationaler Ebene, ist ein wichtiges Anliegen der G20-Staaten.

Von Seiten der Bundesregierung wird das Vorgehen der Bahamas begrüßt.
Man wäre überzeugt, dass man gut zusammenarbeiten wird, zumal die Grundlage der OECD-Standard ist. Mit dem Abkommen zeigt die Bundesregierung weiterhin, dass man entschlossen ist ein flächendeckendes Netz von Abkommen zu treffen, dass den internationalen Informationsaustausch zu Besteuerungszwecken weiter ausbaut.