Soffin mit Milliardenverlust

Der Soffin hat das Geschäftsjahr 2009 mit einem Milliardenverlust abgeschlossen.
Wer oder Was ist denn Soffin ?
Soffin ist der sogenannte Bankenrettungsfonds und die Abkürzung für Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung Finanzmarktstabilisierungsanstalt.
Der SoFFin versammelt eine gewaltige Kompetenz, er wurde Ende Oktober 2008 gegründet und verwaltet das staatliche Rettungspaket für die Banken im Umfang von 480 Milliarden Euro. Seinen Sitz hat der Soffin in einem Gebäude der ehemaligen hessischen Landeszentralbank in Frankfurt.

Woher kommt der Milliardenverlust des Soffin ?

Die Beteiligung an der Immobilienbank Hypo Real Estate hat dem Bankenrettungsfonds SoFFin im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,26 Milliarden Euro gebracht.
Dieser Verlust konnte auch durch Gewinne an anderer Stelle nicht ausgeglichen werden.
Das sind vorallem Gebühren für gewährte Garantien und Kapitalhilfen.

Ob der Steuerzahler den Verlust letztlich bezahlen muss hängt auch davon ab, wie sich die Immobilienbank weiter entwickelt.
Gelingt die Sanierung könnte aus dem Verlust noch ein Gewinn entstehen.

Bis Ende 2009 hatte der SoFFin bereits knapp 161 Milliarden Euro an Garantien und 28 Milliarden Euro an direkten Kapitalhilfen vertraglich zugesichert.
Neben der Hypo Real Estate erhielten auch die Commerzbank, die Aareal Bank und die WestLB Geld vom Bankenrettungsfonds.

ETFs auf Hedgefonds-Strategie

Von der Deutsche Bank sollen weitere börsennotierte Indexfonds (ETFs) auf hauseigene Hedgefonds-Indizes an die Börse kommen. Unter der Marke db x-trackers sollen die ETFs die Indizes auf die einzelnen Hedgefondsstrategien abbilden, sagte Thorsten Michalik, Leiter des ETF-Geschäftes der Deutschen Bank, am Montag in einer Chat-Diskussion in der Reuters Internet-Community für strukturierte Produkte.

Geplant sind fünf unterschiedliche ETFs.
Diese sollen jeweils eine der folgenden Strategien über einen Index der Deutschen Bank abbilden:
Systematic Macro
setzt auf volkswirtschaftliche Bewegungen wie Zinserhöhungen.
Credit und Convertible
will von Preisanomalien am Anleihenmarkt profitieren.
Event Driven
hofft auf Bewegungen bei Unternehmen, denen Ereignisse wie Managerwechseln bevorstehen.
Equity Hedge
eine Aktienmarktstrategie mit Risikopuffer.
Equity Market Neutral
eine Aktienmarktstrategie, die über gleichzeitige Wetten auf steigende und fallende Kurse unabhängig vom Gesamtmarkt positive Erträge erwirtschaften soll.

Jeder dieser Indizes umfasst aktuell fünf bis acht Hedgefonds.
Diese werden auf einer Plattform der Deutschen Bank verwaltet und von international bekannten Managern wie John Paulson aus den USA oder der britischen Boutique Marshall Wace betreut.

Mit diesen speziellen Strategie-Produkten will die Deutsche Bank auf die starke Nachfrage nach ihrem db Hedge Fund Index ETF reagieren.
Dieser bildet die Wertentwicklung aller Hedgefonds auf der Plattform der Deutschen Bank nach.
Das Fondsvermögen des db Hedge Fund Index ETF ist seit seiner Auflage am 16. Januar 2010 auf knapp 1,1 Milliarden Euro angewachsen.

Gute Bank schlechte Bank

Neuer Index sortiert schlechte Banken aus

Für den einfachen Normalbürger klingt die Wortkombination „Good Bank“ wie ein Widerspruch an sich.
Dass irgendwelche Banken „gut“ sein könnten, scheint nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre eigentlich ausgeschlossen.
Und die aktuellen Betrugsvorwürfe gegen Goldman Sachs bestätigt dies, zumal eigentlich
niemand wirklich überrascht ist, dass die Aufsichtsbehörden zu derlei Überlegungen kommen.

Trotzdem sieht die Börse das mit dem „Gut und Böse“ natürlich etwas anders.
Die äußerst zahlengläubigen Akteure am Kapitalmarkt haben inzwischen sogar eine eigene Kennzahl mit der sie die Guten von den Schlechten unterscheiden.
Dieser Gradmesser sind die sogenannten „Credit Default Swaps“ oder kurz CDS, die zuletzt auch im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise häufig in den Schlagzeilen waren.
Dabei handelt es sich um so etwas wie Kreditausfall-Versicherungen, die in einem weitgehend unregulierten Markt zwischen
Großinvestoren und Banken abgeschlossen werden.

Die Höhe des Preises für so eine CDS-Versicherung gibt Aufschluss darüber, wem die Finanzprofis die Rückzahlung seiner Schulden zutrauen und wem nicht. Folgerichtig kommen solide Schuldner, die das Vertrauen des Marktes genießen auf vergleichsweise niedrige CDS-Werte.
Bei unsicheren Gesellen werden indes sehr hohe Versicherungsprämien verlangt. Wer beispielsweise eine Sicherheit für die Rückzahlung einer
Bundesanleihe erwerben will, dem wird derzeit nur eine Versicherungsprämie von rund 34 Basispunkten oder 0,34 Prozent abverlangt.
Wer sich gegen einen Ausfall von griechischen Staatsanleihen absichern will, muss hingegen imposante 6,35 Prozent bezahlen.

Bei Banken und anderen Unternehmen ist dies nicht anders.
Wobei derzeit aber keines der großen Geldhäuser auf so hohe Versicherungsprämien kommt wie der griechische Staat.
Bei der Deutschen Bank etwa liegen die verlangten Aufschläge bei rund 90 Basispunkten.
Landesbanken wie die LBBW oder die WestLB kommen trotz Beteiligung der öffentlichen Hand auf Versicherungsprämien von
etwas mehr als 1,1 Prozent. Auf relativ hohe Quoten kommen indes die Royal Bank of Scotland oder die Erste Bank aus Österreich, bei denen rund 140 Basispunkte angesetzt werden.

Eine vom Indexanbieter Structured Solutions entwickelte Auswahlstrategie nutzt diese Kennzahl nun, um einen eigenen Bankenindex zu kreieren, in dem immer nur die Aktien der solidesten Geldhäuser enthalten sind.
Um dies zu erreichen werden in den auf Europa fokussierten Index bei den halbjährlichen Überprüfungsterminen immer die zehn Bankentitel aufgenommen, bei denen der Markt die geringsten Versicherungsprämien verlangt.
Zusätzlich wird zwischen den Anpassungsterminen regelmäßig geprüft, ob sich die Einschätzung hinsichtlich der Bonität maßgeblich verändert hat.
Sollten sich bei einer der im Index enthaltenen Bank die Versicherungsprämien innerhalb von vier Wochen um 15 Prozent oder aber um absolut 20 Basispunkte erhöhen, so erfolgt ein automatischer Ausschluss.
Die entsprechende Aktie wird dann aus dem Index herausgenommen und das entsprechende Anlagekapital wird in den Geldmarkt
umgeleitet. Durch diese Ausschlussmöglichkeit soll sicher gestellt werden, dass mögliche Krisenbanken frühzeitig eliminiert werden.

Das dazu gehörige Zertifikat kommt von der schweizerischen Bank Vontobel, die noch bis Ende der Woche einen einfachen Tracker auf den Solactive Good Banks Index zur Zeichnung anbietet (WKN: VT0JJJ).
In der Startaufstellung des Index findet sich neben mehreren skandinavischen Banken auch die Commerzbank, die gemessen an den Ausfallversicherungen ebenfalls zu den zehn solidesten europäischen Geldhäusern zählt.
Ebenfalls mit dabei sind die Credit Suisse und BNP Paribas.

In Summe eine lustige Idee, wobei anzumerken ist, dass für die Emissionsbank selbst keine CDS gehandelt werden.
Die offiziellen Bonitätsnoten der Ratingagenturen liegen allerdings nur im einfachen A-Bereich und damit deutlich schlechter, als bei den meisten Banken, auf die der Index setzen würde.

ETF oder ETC

Sind ETCs so sicher wie ETFs ?

Die Marketingexperten wollen uns das gerne glauben machen.
Denn auch beim Marketing von Finanzprodukten geht es darum, die Vorteile des eigenen Produkts zu zeigen.

Dieses Bestreben der Agenturen führt aber gerade bei börsengehandelten Produkten zu einer immer größeren Verwirrung bei den Anlegern. Und das obwohl es eigentlich nur zwei unterschiedliche Produktarten gibt.

Früher war der Markt klar in börsengehandelte Fonds (ETFs) und Zertifikate aufgeteilt.
Nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman wollten die Investoren dann aber keine Produkte mit einem Emittentenrisiko mehr in ihren Portfolios und so begann die Investmentindustrie, die bereits bestehende Produktkategorie der Exchange Traded Notes (ETNs) auszubauen.
Denn Zertifikate sind seit der Lehmann-Pleite völlig out, auch Dank der inkompetenten Berichterstattung der Medien.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich bei ETNs wie bei den Zertifikaten eigentlich auch nur um Inhaberschuldverschreibungen mit einem neuen Namen handelt.
In der weiteren Entwicklung der ETNs wurden diese dann in mehrere Unterkategorien aufgeteilt.
Zum einen gibt es die reinen Notes, also Zertifikate die unter einem neuen Namen verkauft werden. Zum anderen gibt es die sogenannten Exchange Traded Commodities (ETCs), die sich durch eine Besicherung (Collateral) von den ETNs unterscheiden.
Da verschiedene Wertpapiere, wie Aktien, Anleihen sowie auch Bargeld oder Edelmetalle als Collateral in Frage kommen, sollten sich der Anleger genau darüber informieren wie ihre Anlagen besichert sind.

ETCs sind keine Fonds

Im Marketing stellen einige Anbieter die Besicherung ihrer ETCs stark in den Vordergrund und weisen darauf hin, dass ihre Produkte ebenso sicher seien wie ETFs, um so von der positiven Reputation der ETFs zu partizipieren.
Da es sich bei ETFs um Fonds handelt, die einer gesetzlichen Regulierung unterliegen und aufgrund ihres Status als Sondervermögen von der Insolvenzmasse der Kapitalanlagegesellschaften getrennt sind, scheint dieser Vergleich allerdings ein wenig zu hinken. Aus meiner Sicht ist dies ungefähr so, als würde man Analogkäse mit einem gut gereiften Gouda vergleichen, das sind zwar auch ähnliche, aber trotzdem keine gleichen Produkte. Zudem weisen Fonds aufgrund der ihnen gesetzlich vorgeschriebenen Berichte eine höhere Transparenz als die meisten Notes auf.

Es stellt sich bei den Diskussionen um den Status der einzelnen Produkte die Frage, warum die Anbieter keinen Klartext sprechen.
Denn schließlich können nicht alle Basiswerte mit einem Fonds abgebildet werden und in diesen Fällen ist eine Note die einzige Möglichkeit, mit der die Investoren von der Entwicklung dieser Märkte zu profitieren können.
Hinzu kommt das die verschiedenen Produktkategorien bei den Anlegern steuerlich unterschiedlich behandelt werden.

Klare Unterscheidung von ETCs und ETFs muss sein.

Um die Anleger nicht weiter zu verunsichern, sollten die Anbieter versuchen, ihre Produkte so transparent wie möglich darzustellen und auch bei der Namenswahl auf Klarheit zu achten.
Es nutzt  keinem, wenn mit den sogenannten Exchange Traded Currencies eine neue Anlageklasse erschlossen wird und die Produkte dann als ETCs bezeichnet werden. Eine weitere Möglichkeit um trotz des anhaltenden Trends zur Nutzung von Abkürzungen mehr Transparenz zu schaffen, wäre die Schaffung weiterer klar definierter Handelssegmente an den Börsen. Mit einer solchen Aufteilung könnte die Kreativität der Anbieter bei der Namensgebung beziehungsweise den Beschreibungen ihrer Produkte ausgehebelt werden. Da eine solche Kategorisierung, um erfolgreich zu sein, einheitlich über die verschiedenen Handelsplätze in Europa hinweg erfolgen muss, wird es wahrscheinlich ohne den Eingriff der Marktregulatoren nie zu einer solchen Maßnahme kommen