Schneller Tod hoher Gewinn

Das Fonds Lebensversicherungen ankaufen um dann beim Tod der Versicherten Person die Versicherungsleistung zu erhalten ist nicht neu.
In vielen Fällen wurde damit auch schon Personen geholfen, Personen die aufgrund einer tötlichen Krankheit vermutlich nicht mehr lange leben, bekommen so für ihre Lebensversicherung ein höhere Rückzahlung als den angegebenen Rückkaufswert.
Die Deutsche Bank hat dieses Geschäftsmodell jetzt mit etwas Fantasie in einem ihrer Fonds umgesetzt.

Der db Kompass Life 3 der Deutschen Bank kauft keine Lebensversicherungen mehr an sondern wettet gleich auf die Lebensdauer einer bestimmten Personengruppe.
Dazu hat Kompass Life 3 bzw. die Deutsche Bank über 700 Millionen Euro bei Kleinanlegern eingesammelt, und wie so häufig in letzter Zeit wissen die Anleger nicht wie ihr Geld tatsächlich investiert wird:
Es wird bei dem Fonds auf die Restlebensdauer von rund 500 Personen gewettet, die von einer „Tracking Company“ regelmäßig kontaktiert werden.
Diese tatsächlichen Personen sind die sogenannte Referenzpersonen, je früher die sogenannten Referenzpersonen des Fonds sterben, um so höher ist der Gewinn für der Geldanlage.

Im Prospekt des Fonds sind wunderbare Balkendiagramme zu sehen, wie sich die Rendite hoffetnlich entwickeln wird.

Aber das Geschäft mit dem Tod scheint nicht gut zu laufen, die Renditen hängen den Erwartungen der Anleger deutlich hinterher.
Was also machen die Anleger, wenn sie mit der Rendite unzufrieden sind ?
Sie beschweren sich, dass sie ja nicht wussten was sie mit dem Fonds kaufen.
Sorry, das kann es in Einzelfällen sicher geben, doch ich bin überzeugt hätte der „db Kompass Life 3“ die Renditeerwartungen der Fondskäufer übertroffen hätte sich kaum einer beschwert.

Circa 30 Anleger des Fonds lassen sie jetzt von einem Rechtsanwalt vertreten um aus der Geldanlage möglichst glimpflich wieder haraus zu kommen.
Nach den Worten des Rechtsanwaltes ist der Kompass Life 3 ein „makaberes Rechenspiel ohne jedes Investitionsobjekt“.
Für diejenigen, die wirklich nicht wussten was sie kaufen tut es mir leid, der Rest kann hoffentlich sein Geld abschreiben.

Jetzt sind die Schattenbanken dran

Heute meldet Reuters:
„Die Finanzaufseher wollen nach der Finanzkrise endlich auch die sogenannten „Schattenbanken“ in den Griff bekommen.“
Scheinbar ist die ganze Welt der Meinung, die Finanz- und Kreditkrise in Europa hat sich in Luft aufgelöst nachdem unsere Spitzenpolitiker zu der Einsicht gekommen sind, dass Griechenland einen Schuldenerlass braucht und der zukünftige Rettungsschirm EFSF noch größer werden muss.

Naja wolen wir sie mal in dem Glauben lassen, die Finanzaufseher können sich jetzt über die Hedgefonds und andere Großinvestoren her machen.
Als ersten Schritt will der Finanzstabilitätsrat (FSB), dem Aufsichtsbehörden und Zentralbank-Experten aus 24 Ländern angehören, nun in einer jährlichen Studie die globalen Trends und Risiken unter die Lupe nehmen, die von diesen großen Kapitalsammelstellen ausgehen.
Zwischen 2002 und 2007 waren die Kapitalsammelstellen von 27 Billionen auf 60 Billionen Dollar gewachsen – und auch nach der Finanzkrise nicht geschrumpft. Man beachte – Nach der Finanzkrise.

Die Finanzaufseher fürchten, dass die stärkere Regulierung der normalen Geldhäuser Schattenbanken für Investoren noch attraktiver macht und dies ihre Bemühungen unterhöhlt.
Da könnten die Herren Finanzaufseher wohl Recht haben.

Wenn man alleine heute sieht, dass die Aktien europäischer Banken aufgrund des Ergebnissen in Brüssel um über 15 Prozent gestiegen sind, ist das doch ein ganz kleines Indiz dafür, dass wieder Zocker am Werk sind.
Das Geschrei ist nur nicht so groß, da sich die Kurse nach oben bewegen. Doch die Auslöser für diese Kurssprünge sind doch die gleichen egal ob die Aktien steigen oder fallen.

Ich bin schon gespannt wie die Finanzexperten, jetzt nach der Finanzkrise, die Zocker in den Griff bekommen.

Pimco trennt sich von allen US-Staatsanleihen

Pimco, der weltgrößte Bondinvestor, wird sich von allen US-Staatsanleihen trennen.
Die Tochtergesellschaft des Versicherungskonzerns Allianz teilte heute Nacht mit, dass der weltgrößte Anleihefonds, der Total Return Fund von Pimco, erstmals in seiner Geschichte keine Schuldtitel mehr hält, hinter denen die USA stehen.

Grund ist die Besorgnis über einen Kursfall der Staatspapiere, wenn die US-Notenbank im April ihre Stützungskäufe beendet.
Nach Einschätzung von Pimco-Gründer Bill Gross, der den 237 Mrd. Dollar schweren Total Return Fund verwaltet, landeten seit Beginn des Aufkaufprogramms im November rund 70 Prozent aller neu emittierten Staatsanleihen bei der Fed.

Bill Gross rechnet damit, dass die Renditen nach Ablauf des Aufkaufprogramms zulegen werden.
Es sei rational, für zehnjährige US-Staatsanleihen eine Rendite von vier Prozent zu erwarten, glaubt Gross.
Am Mitttwoch notierte die zehnjährige Staatsanleihe bei knapp 3,5 Prozent, Ende Oktober 2010 hatte sie noch bei 2,4 Prozent gelegen.

Es gibt Bedenken, dass Turbulenzen im US-Anleihemarkt auch Schuldtitel anderer Staaten erfassen könnten.
Dieser Schritt und die Bekanntgabe ist ein deutliches Signal dafür, wie negativ „Profi-Anleger“ die Titel, trotz des bereits erfolgten Renditeanstiegs bewerten.

Pimco-Gründer Gross hatte schon die Immobilienkrise vorausgesagt.
Es wird an den Anleihemärkten noch spannend bleiben.

Krise bei offenen Immobilienfonds

Axa friert offenen Immobilienfonds ein.

Die Krise im Bereich der offenen Immobilienfonds weitet sich aus.
Mitbewerber von Axa haben bereits ihre Fonds eingefroren.
Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte die Credit Suisse die Rücknahme von Anteilsscheinen Fonds CS Euroreal ausgesetzt, zu Monatsbeginn haben die Fonds KanAm Grundinvest und SEB Immoinvest die Rücknahme der Anteilsscheine ausgesetzt.

Die Krise bei den offenen Immobilienfonds hat nun auch Axa Investment Managers erreicht.
Axa setzte am Mittwoch die Rücknahme von Anteilsscheinen ihres offenen Immobilienfonds Axa Immosolutions zunächst für drei Monate aus.
Den Angaben zufolge übersteigen die angekündigten Rückgaben die Liquidität von derzeit rund 36,5 Millionen Euro.
Die Fondsgesellschaft reagiert eigenen Angaben zufolge auch „auf die jüngsten Entwicklungen im unmittelbaren Marktumfeld“, das durch einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beeinflusst wird.