Der Sturz der Deutschen Bank

Seit Anfang August geht es abwärts mit den deutschen Aktienkursen, Auslöser werden viele genannt.
Die europäische Schuldenkrise, das Nachlassen des weltweiten Wirtschaftswachstums, die große Unsicherheit wie es weiter geht mit der Weltwirtschaft.
Eventuell lernen wir nun zum dritten mal in 10 Jahren, dass immer noch gilt, bekommt der Dow Jones einen Schnupfen, bekommt der DAX eine Lungenentzündung.
Eine DAX-Aktie bei der es schon länger deutlich nach unten geht ist die der Deutschen Bank.
Ihr Niedergang fing bereits vor über 3 Monaten an, wie weit wird sie noch fallen ?

chart der deutschen bank aktie

Ein Blick auf den Chart zeigt bis zu den Tiefständen aus dem Jahr 2009 ist noch etwas Platz.
Warum hat es die Deutsche Bank so erwischt ?
Zum einen hat es die Banken generell deutlicher nach unten gezogen wie den Gesamtmarkt, zum anderen stehen der Deutschen Bank doch auch personell einige Änderungen bevor.
Da kann man sich schon mal die Frage stellen, ob ein erfolgreicher Investmentbanker auch ein erfolgreicher Großbanker wird ?
Auch die sogenannte Doppelspitze ist nicht immer erfolgreich.

Deutsche Bank unter 20 Euro

Sehen wir bei der Deutschen Bank nochmal Kurse unter 20 Euro ?

Ich halte das durchaus für möglich.
Neben den Problemen mit denen zur Zeit alle Banken zu kämpfen haben, kommt jetzt noch eine saftige Anklage auf die Deutsche Bank zu.

Die US-Aufsichtsbehörde FHFA (Federal Housing Finance Agency)  hat eine Klage gegen 17 Großbanken wegen umstrittenen Hypothekengeschäften während der Finanzkrise eingereicht.
Sie wirft den Instituten vor, bei dem Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben.

Bei den 17 Banken ist auch die Deutsche Bank dabei.
Bei ihr dreht es sich um Papiere im Volumen von 14,2 Mrd. Dollar oder ca. 10 Milliarden Euro.
Obwohl eine Sprecherin des Kreditinstituts sofort erklärte die Vorwürfe der FHFA seien vollkommen unbegründet, stürzte die Aktie bei Bekanntwerden der Klage um 6 Prozent ab.
Es sind auch nicht die einzigen Ermittlungen, die gegen die Deutsche Bank laufen.
Auch bei Kreditausfallversicherungen wird gegen das deutsche Kreditinistitut ermittelt.

Erstaunlich viele Privatanleger haben bei Kursen zwischen 36 und 40 Euro bei der Aktie zugegriffen, da kann es durchaus sein, dass die Profis noch abwarten.
Nach dem Motto „Never catch a falling knife“, werden sie erst kaufen wenn sich eine gewisse Stabilisierung des Kurses zeigt.
Vom obigen Chart kann man gut sehen, sollte der Kurs unter 25 fallen, ist er ganz schnell auch unter 20 Euro.

Das passende Investment

Das passende Investment für jeden Einzelnen zu finden, stellt ohnehin bereits eine Herausforderung dar. Krisenzeiten und eine drohende Inflation machen die Aufgabe nicht unbedingt leichter.

Zunächst sollte sich jeder Anleger die Frage stellen nach seinem persönlichen Anlagehorizont und seiner eigenen Risikobereitschaft. Hierbei besteht bereits ein Problem, denn letztgenannter Begriff wird von jedermann unterschiedlich definiert. Daher sollte man diesen Begriff mit der Bereitschaft von möglichen Verlusten gleichsetzen, d.h. wie viel des eingesetzten Kapitals darf in dem selbst gesteckten Zeitraum maximal verloren gehen. Durch diese Angaben kann ein jeder grob einschätzen, in welcher Anlageklasse er sich am Wohlsten fühlen sollte.

Was ist aber in bzw. knapp nach der Krise zu tun? Selbst in Krisenzeiten finden sich interessante Anlagealternativen. Jedoch sollte man insbesondere in der aktuellen Situation die Inflationsthematik nicht ganz außer Acht lassen. Die Zentralbanken haben Unmengen an Geld gedruckt und die Märkte mit günstiger Liquidität versorgt. Jedoch muss zu gegebener Zeit diese Liquidität den Märkten schrittweise wieder entzogen werden, andernfalls drohen zum Teil deutlich steigende Inflationsraten, die wiederum in der Regel steigende Kapitalmarktzinsen nach sich ziehen. Was bedeutet diese Theorie für einzelne Anlageklassen?

Ein eher defensiver Anleger, der keine bis wenige Schwankungen wünscht, sollte sich aktuell im kurzfristigen Anlagebereich in Form von Sparguthaben, kurzfristigen Termingeldern oder aber Anleihen mit geringen Restlaufzeiten bewegen. Somit kann er bei steigenden Zinsen kurzfristig reagieren und ggf. mit einem etwas längeren Anlagehorizont investieren. Durch Anleihen mit geringen Restlaufzeiten minimiert man zudem die Kursanfälligkeit bei steigenden Zinsen. Eine weitere Möglichkeit stellen im Hinblick auf eine steigende Inflation sogenannte inflationsgeschützte Anleihen dar. Die Verzinsung setzt sich in der Regel aus einem Basiszins und einem bestimmten Verhältnis der aktuellen Inflationsrate zusammen.

Gold galt lange Zeit ebenfalls als konservatives und inflationsgeschütztes Investment. Langfristig wird man sicherlich auch hier steigende Preise sehen, was alleine schon in der Natur der Sache liegt, da es sich um ein knappes Gut handelt. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Goldpreis bereits jetzt auf einem sehr hohem Niveau ist – manche behaupten sogar, der Goldpreis sei künstlich nach oben getrieben worden.

Ebenso haben insbesondere in Krisenzeiten bestimmte Edelmetalle Hochkonjunktur, da Anleger sich in diesen Werten sicherer fühlen. Die aufstrebenden Schwellenländer werden dank Ihres steigenden Wohlstandes ebenfalls Gold nachfragen. Jedoch sollte man bedenken, dass auch in den letzten Jahren in erheblichem Maße Spekulation im Gold betrieben wurde und auch zukünftig die Preise stärker schwanken können.

Immobilien gelten zwar oft als sichere, inflationsgeschützte Anlageform, jedoch bestehen auch hier durchaus Risiken in Krisenzeiten. Bei vermieteten Immobilien können Mieteinnahmen deutlich geringer oder gar ganz ausfallen, ebenso kann der Wiederverkaufswert der Immobilie deutlich sinken aufgrund eingeschränkter Kreditvergaben der Banken oder Verlust an Kaufkraft.

Bleiben zu guter Letzt noch klassische Aktien als Anlageoption. Aktien bieten bis zu einer bestimmten Größenordnung einen Schutz vor steigender Inflation, die Grenze schätzt man zwischen 4 und 5 % ein. Ab einer höheren Inflationsrate wirkt sich dies negativ auf die Unternehmensgewinne aus, da die Unternehmen diese Preissteigerungen dann nicht mehr an die Verbraucher weitergeben können. Die Folge sind stagnierende oder fallende Kurse. Aktien in Schwellenländern legen trotz hoher Inflationsraten dennoch zu, was jedoch auf ein unterschiedliches Umfeld mit verschiedenen Faktoren zurückzuführen ist, jedoch ist dort die Schwankungsbreite zum Teil deutlich höher. Generell sollte man bereit sein, auch höhere Verluste im Aktienbereich zu akzeptieren, dem stehen dafür auch höhere Chancen gegenüber. Achtet man bei der Selektion der Aktien auf Qualität und eine gute Streuung der Titel, so sind Aktien definitiv eine Anlageoption, zumal die Kursentwicklung in der Regel der Konjunktur immer ein stückweit vorausläuft.

Wie so oft ist letztendlich die Mischung entscheidend. Konservative Anleger sollten derzeit in kurzfristige Anlagen investieren, die Inflations- und Zinsentwicklung abwarten und anschließend etwas längere Laufzeiten ihrer Anlagen anstreben. Offensivere und erfahrene Anleger sollten die verschiedenen Möglichkeiten am Aktienmarkt sich zunutze machen, jedoch auf eine breite Länder- und Branchenallokation achten. Aktien von Unternehmen, welche starken Bedarf an Rohstoffen haben, sollten dabei derzeit laut Expertenmeinungen eher untergewichtet werden.