DZ Bank spekuliert nicht mehr mit Nahrungsmitteln

Immer mehr Banken verzichten offiziell auf den Handel mit Derivaten auf Agrarrohstoffe.
Diese Woche meldet die DZ Bank ihren Rückzug aus dem Handel mit Nahrungsmitteln.

“Die DZ-Bank-Gruppe und ihre Tochtergesellschaft Union Investment ziehen sich komplett aus dem Geschäft mit Nahrungsmittelspekulationen zurück.”

Das bestätigte die Bank der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Damit folgt die Genossenschaftbank anderen Instituten wie der Deka oder der Commerzbank.

Mit dem Essen spielt man nicht !

Den Banken wird vorgeworfen mit dem Handel auf Agrarrohstoffe die Lebensmittelpreise nach oben zu treiben.
Doch bekanntlich hat alles zwei Seiten.
Grundsätzlich hat es für die Lieferanten der Agrarrohstoffe zunächst einmal einen Vorteil, wenn es jemanden gibt, der ihnen die Ware zu einem fest vereinbarten Preis abnimmt.
Das gibt den Erzeugern eine gewisse Planungssicherheit.

Der Abnehmer in spe möchte natürlich auch keine Verluste bei dem Geschäft machen und versucht die Ware ebenfalls vorzeitig zu einem bestimmten Preis zu verkaufen.
Auf der anderen Seite gibt es dann diejenigen, die die Ware wirklich benötigen.
Auch sie haben normalerweise ein Intersse an frühzeitig bekannten Preisen um ebenfalls entsprechend kalkulieren zu können.

Während also häufig ein “Spekulant” gebraucht wird um einer Seite Sicherheit zu geben, dürfte es in dem vorliegenden Fall nicht nötig sein, bzw. nur in kleinem Umfang.
Gehandelt werden an den Märkten aber Nahrungsmittel in Größenordnungen die teilweise gar nicht auf den Markt kommen, dies kann durchaus ein Grund für deutliche Preissteigerungen sein.
Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Handel mit Finanzderivaten auf Agrarrohstoffe tatsächlich den Preis für Lebensmittel antreibt.
Sicher ist lediglich, dass die Preisschwankungen deutlich höher ausfallen.

Geschrieben von thomas am 30. Mai 2013 | Abgelegt unter Banken | Kommentare deaktiviert

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