Schwaebisch Hall mit sinkendem Gewinn

Gewinn der Bausparkasse Schwäbisch Hall weiter auf Talfahrt

Bei der größten deutschen Bausparkasse Schwäbisch Hall schrumpft der Gewinn weiter.
im vierten Jahr in Folge schrumpfte 2011 das Ergebnis vor Steuern  und verringerte sich um 8,5 Prozent auf 300 Millionen Euro, sagte Vorstandschef Matthias Metz auf der Bilanzpressekonferenz.

Hohe Provisionzahlungen senken Unternehmensgewinn
Der erneute Aderlass ist laut Metz dem stürmisch verlaufenden Bauspar-Neugeschäft geschuldet, da hohe Provisionszahlungen für das zweistellig gewachsene Bausparneugeschäft fällig wurden.
Auch Investitionen in die Informationstechnik sowie für die Weiterbildung der knapp 14.700 Mitarbeiter hätten das Ergebnis geschmälert.

Null Risiko bei der Anlage

“Die Investitionen von heute sichern die Erträge von morgen”, sagte Metz und wertete das abgelaufene Geschäftsjahr als “erfreulich”. Rund 100 Millionen Euro habe Schwäbisch Hall 2011 in die Reserven gesteckt, die sich mittlerweile auf eine Milliarde Euro belaufen.
Von den Geldanlagen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro, die die Bausparkasse verwaltet, stecken rund 500 Millionen Euro in Schuldverschreibungen der Deutschen Bank, der Rest vor allem in deutschen Staatsanleihen. “Wir gehen in der Anlage null Risiko ein”, sagte Vorstandschef Metz, Fremdwährungsanlagen verböten sich daher.

Die Position als Marktführer vor Wüstenrot und den Landesbausparkassen der Sparkassen baute Schwäbisch Hall 2011 aus.
Mit 30 Milliarden Euro eingelöstem Bausparneugeschäft (plus 12,5 Prozent) im Inland wurde der beste Wert der Unternehmensgeschichte erzielt.

Auch bei der Baufinanzierung liege Schwäbisch Hall weiter an der Spitze der Branche, die Kreditsumme ist 2011 um 3,9 Prozent auf den Rekordwert von 11,2 Milliarden Euro gestiegen. Schwindende Nachfrage verzeichnete die zum genossenschaftlichen Bankenlager zählende Bausparkasse beim Verkauf von Fonds.

Nachfrageboom auch in China

Schwäbisch Hall zählt derzeit rund zehn Millionen Kunden, ein Drittel davon in China, Tschechien, Rumänien, Slowakei und Ungarn.
Bei den Auslandstöchtern wurden 2011 neun Prozent weniger Bausparpolicen im Volumen von 7,7 Milliarden Euro abgeschlossen, alle Gesellschaften schrieben aber schwarze Zahlen. Im kommenden Jahr erwartet Schwäbisch Hall einen Nachfrageboom aus China.
Auch Chile habe Interesse am Bausparen bekundet, mit der russischen Regierung seien die “eingeschlafenen” Gespräche über ein Bauspargesetz wieder aufgenommen worden.

Für das laufende Jahr hat sich Schwäbisch-Hall-Chef Metz einen weiteren Anstieg des Marktanteils auf die Fahnen geschrieben:
Das Neugeschäft soll wieder jenseits der Schwelle von 30 Milliarden Euro landen. Bis 2020 soll die Kundenzahl um eine Million neue Bausparer wachsen.
Sonderkonditionen, wie sie etwa Bundespräsident Christian Wulff offenbar bei der Stuttgarter BW-Bank für seine Immobilien-Finanzierung bekam, kann Schwäbisch Hall auch vermögenden Kunden nicht einräumen: Nach dem Bauspargesetz in Deutschland muss jeder Kunde gleich behandelt werden.

Geschrieben von thomas am 22. Januar 2012 | Abgelegt unter Banken | Kommentare deaktiviert

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