Versicherungen nicht systemrelevant

Versicherer sind nicht so systemrelevant wie Banken

Versicherer können nach Ansicht ihrer Aufseher nur bei Ausflügen in Bereiche außerhalb ihres angestammten Geschäfts gefährlich für das Finanzsystem werden.
Das gilt aber nicht mehr, wenn Versicherer etwa Kreditausfallversicherungen (CDS) kauften, ohne damit ihr eigenes Geschäft abzusichern.
Auch wenn die Versicherer sie ihre Investments hebelten, um die Renditen zu steigern, kann das für das Finanzsystem gefährlich werden.
Diese Geschäfte müssen die Versicherungs- Aufseher genau beobachten.

Versicherungen eine Quelle der Stabilität

Das EZB-Ratsmitglied Peter Praet macht den Versicherern Hoffnung: “Wegen ihres langfristigen Investment-Horizonts sollten sie eine Quelle der Stabilität an den Finanzmärkten sein”, sagte er auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. “Sie sind systemisch bedeutend, aber nicht riskant für das System. Das ist ganz anders als bei einer Bank”, fügte er hinzu.

Irgendwie scheinen die Herren den US-Konzern AIG aus dem Gedächtnis gestrichen zu haben.
AIG hatte in der zurückliegenden Finanzkrise auch vom Staat aufgefangen werden müssen – er hatte sich allerdings nicht im angestammten Geschäft verhoben, sondern mit Transaktionen an den Finanzmärkten.

Hintergrund der Diskussion ist, dass die großen Versicherer wie Allianz und Münchener Rück  sich heftig dagegen wehren, wie die weltgrößten Banken als systemrelevant eingestuft zu werden und deshalb höhere Kapitalauflagen erfüllen zu müssen.

Die IAIS (International Association of Insurance Supervisors) gibt den Versicherern weitgehend Recht:
Sie hätten die Finanzkrise mehrheitlich recht gut überstanden, heißt es in dem Bericht zur Stabilität der Branche.
Das liege auch daran, dass die Risiken der Versicherer meist wenig mit der Konjunktur oder dem Auf und Ab an den Finanzmärkten korreliert seien.

Geschrieben von thomas am 18. Januar 2012 | Abgelegt unter Versicherungen | Kommentare deaktiviert

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