Sparkasse verklagt Landesbank

Die Kreissparkasse Birkenfeld aus Rheinland-Pfalz geht gegen die Bayerische Landesbank (BayernLB) vor und will von ihr Schadenersatz in Millionenhöhe sehen.
Ein ungewöhnliches Verhalten im Lager der öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland, normalerweise werden eventuelle Unstimmigkeiten nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen.

Warum klagt die Kreissparkasse Birkenfeld ?
Es geht darum, dass die kleine Kreissparkasse zehn Millionen Euro in Genussscheine der BayernLB investierte.
Übrig blieb ein Verlust von 1,5 Millionen Euro, auf die der Birkenfelder Sparkassenvorstand die BayernLB nun verklagen will.
Schuld ist die EU, denn die BayernLB musste durch Kapitalhilfen des Freistaats gestützt werden.
Daher durfte sie auf Anordnung der EU-Kommision auf die ausgegebenen Genussscheine keine Zinsen mehr bezahlen.
Gleichzeitig wurden die Genussscheine, die formal als Ergänzungskapital gelten, mit einer Quote von 15 Prozent zum Verlustausgleich herangezogen. Das bedeutete für die rheinland-pfälzische Sparkasse einen Ausfall von 1,5 Millionen Euro, den sie sich jetzt zurückholen will.
Offen ist bislang, wie der Streit ausgeht.
Ein Erfolg der Birkenfelder Erfolg könnte eine Lawine an weiterren Schadenersatzklagen nach sich ziehen.
Denn reihenweise haben Sparkassen Genussscheine angeschlagener Landesbanken erworben, nicht nur die Bayerische Landesbank ist betroffen.
Mit Spannung blickt man im Sparkassen-Lager darauf, ob der Anwalt der Sparkasse es wagt, in der Sache vor Gericht zu ziehen.
Denn die BayernLB bot allen Genussschein-Eigentümern an, die Laufzeit der Papiere um zehn Jahre zu verlängern. Die Kreissparkasse Birkenfeld lehnte das ab – und entschied sich für den Rechtsweg.

Geschrieben von thomas am 9. August 2010 | Abgelegt unter Banken | Kommentare deaktiviert

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