Skandal in Hamburg

Bei der größten deutschen Sparkasse, der Hamburger Sparkasse, scheint man nach einer Meldung des NDR mit Kundendaten recht sorglos umzugehen.
Ein Datenskandal bei einer Bank ist immer eine hochbrisante Angelegenheit.
Denn über ein Bankkonto laufen viele Buchungen, über die viele Erkenntnisse gewonnen werden können.

Wo wohnt der Kontoinhaber, wie viel Miete zahlt er, woher kommt sein  Einkommen und wie hoch ist es, wo kauft er gerne ein oder in welchem Verien ist er Mitglied.
Das ist nur eine Auswahl der persönlichen Daten die über ein Girokonto abrufbar sind.

Die Haspa, Hamburger Sparkasse, hat wohl selbständigen Finanzberatern die Möglichkeit geboten auf eben diese Daten zugreifen zu können.
Als externer Mitarbeiter darf der Finanzberater laut Gesetz jedoch gar nicht auf das Girokonto zugreifen. Denn es fehlt die Einwilligung des Kunden.
Ähnliches wurde bereits vor einiger Zeit von der Postbank berichtet.

Der Himalaya ist in Hamburg ?

Über ein Programm namens Himalaya können externe Mitarbeiter jedenfalls Einblick nehmen in sämtliche, äußerst sensible Kundendaten.
In einer Dienstanweisung heißt es:

“In Himalaya, ebenso wie in den übrigen Haspa-Anwendungen, ist den Handelsvertretern ein ausschließliches Leserecht gestattet.”

Bei anderen Banken ist der Zugriff auf Konten sonst schon rein technisch nicht möglich, anders offenbar bei der Haspa.

Der Hamburger Sparkasse droht dadurch ein Bußgeldverfahren.
Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar will das Vorgehen der Haspa überprüfen.

Die rund 80 Handelsvertreter der Haspa können offenbar mit Wissen der Bank auf Konten der Sparkassenkunden zugreifen.
In einer internen Unterlage ist die Rede von Sonderfällen wie Urlaubsvertretungen oder Kapazitätsergänzungen – dann springen externe Berater einfach in die Rolle von Bankangestellten. Sie weisen sich aus als Finanzberater für die Haspa, auf ihren Visitenkarten prangt das Logo der Sparkasse.
Sie arbeiten aber komplett auf eigene Rechnung.
Dass es rein technisch überhaupt möglich ist, als externer Berater in diese vertraulichen Daten auch ohne Einwilligung der Kunden hineinzuschauen – das könnte Folgen haben für die Hamburger Großbank.

Der Hamburger Sparkasse droht jetzt ein Bußgeldverfahren.

Quelle: NDR-Info

Geschrieben von thomas am 9. Juli 2010 | Abgelegt unter Banken | Kommentare deaktiviert

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